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Artemis-III-Verschiebung: Mondlandung erst 2028? NASA-Statement im Fokus

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Artemis-III-Verschiebung: Mondlandung frühestens 2028 – NASA macht Ursachen offiziell

Rückschlag für das US-Mondprogramm: Die NASA hat die Artemis-III-Mission offiziell verschoben – zunächst auf Mitte 2027, inzwischen sogar auf frühestens 2028. Die Gründe sind konkret benannt, und sie reichen weit über das Starship-Landesystem hinaus.

Ein Wettlauf gegen die Zeit: Artemis-III im Visier

Die geplante Mondlandung im Rahmen der Artemis-III-Mission, zuletzt für September 2026 avisiert, wurde von der NASA am 5. Dezember 2024 offiziell verschoben. NASA-Administrator Bill Nelson gab auf einer Pressekonferenz bekannt, dass Artemis III nun frühestens Mitte 2027 stattfinden werde. Stand Februar 2026 hat sich die Lage weiter zugespitzt: NASA erwartet die Mission nun offiziell frühestens 2028. Hauptursache ist kein Spekulationswert mehr – die Gründe wurden klar kommuniziert.

Die Artemis-III-Mission ist ein Eckpfeiler des US-Raumfahrtprogramms. Sie soll erstmals seit 1972 wieder Menschen auf die Mondoberfläche bringen, darunter auch die erste Frau und den ersten farbigen Astronauten. Die wissenschaftlichen Ziele sind hochgesteckt: die Erforschung der südpolaren Region des Mondes, die Suche nach Wassereis-Ressourcen und die Vorbereitung zukünftiger Langzeitmissionen. Eine weitere Verzögerung hätte weitreichende Konsequenzen – auch im Wettbewerb mit China.

Das Hitzeschild der Orion-Kapsel: Der eigentliche Hauptgrund

Der primäre Grund für die Verschiebung liegt nicht – wie zeitweise berichtet – allein in den Entwicklungsherausforderungen des SpaceX-Starships, sondern vor allem in einem gravierenden Problem mit dem Hitzeschild der Orion-Kapsel. Beim Wiedereintritt der unbemannten Artemis-I-Mission im Dezember 2022 brach der Hitzeschild in über 100 Stücken ab – weit mehr als erwartet. NASA benötigte fast zwei Jahre, um die Ursache vollständig zu diagnostizieren: Beim Überspringen der Atmosphäre baute sich im Ablativmaterial des Hitzeschilds Druck auf, der zu horizontalen Rissen und zum Abbröckeln führte. Für Artemis II wird keine Erneuerung des Schilds vorgenommen; stattdessen wird die Wiedereintrittsflugbahn angepasst, um den kritischen Temperaturbereich zu verkürzen.

Darüber hinaus mussten Probleme mit dem Lebenserhaltungssystem und einem Batteriedefekt im Orion-Raumschiff behoben werden. Diese technischen Herausforderungen verursachten gemeinsam den Großteil der Verzögerung bei Artemis II – und damit automatisch auch bei Artemis III.

Starship von SpaceX bleibt dennoch ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor: Das Fahrzeug ist als Mondlandesystem für Artemis III unverzichtbar und erfordert vor der bemannten Mondlandung unter anderem mindestens 14 Tankflüge zur Betankung in der Erdumlaufbahn. Im Oktober 2025 öffnete die NASA sogar die Ausschreibung für das Mondlandeprogramm für andere Unternehmen, da SpaceX in Verzug gerät. Acting NASA-Administrator Sean Duffy erklärte öffentlich, eine Mondlandung bis 2027 sei „sehr schwer zu erreichen" und rechnet realistisch eher mit 2029.

Darüber hinaus gibt es auch Bedenken hinsichtlich der Entwicklung der neuen Raumanzüge des Unternehmens Axiom Space für die Mondoberfläche. Laut Berichten des Government Accountability Office (GAO) gibt es auch hier Verzögerungen und Budgetüberschreitungen. Die Raumanzüge sind entscheidend für die Sicherheit und Effektivität der Astronauten bei ihren wissenschaftlichen Aktivitäten auf dem Mond.


 

Politische Implikationen und das Wettrennen im All

 

Die Verschiebung von Artemis-III hat auch konkrete politische Implikationen. Die USA befinden sich in einem zunehmenden Wettbewerb mit China im Weltraum. China plant eine bemannte Mondlandung bis 2030, und eine weitere Verzögerung des US-Programms könnte diesen Vorsprung schmelzen lassen. NASA-Administrator Nelson betonte jedoch, dass selbst Mitte 2027 noch deutlich vor Chinas geplantem Datum liege. „Der Wettlauf ins All ist real, und die Artemis-Missionen sind ein wichtiger Teil der US-Strategie, um die Vorherrschaft im Weltraum zu sichern", betonte John Logsdon, Gründer des Space Policy Institute an der George Washington University, in einem Kommentar für The Hill.

Die US-Regierung hat erhebliche Investitionen in das Artemis-Programm getätigt. Die Trump-Administration schlug im Mai 2025 zunächst vor, SLS und Orion nach Artemis III zu streichen – der im Juli 2025 unterzeichnete „One Big Beautiful Bill Act" sicherte die Weiterfinanzierung jedoch wieder ab. Eine weitere Verschiebung könnte dennoch politischen Druck erzeugen und eine Neubewertung der Programmarchitektur auslösen, insbesondere angesichts der enormen Kosten von rund 4 Milliarden US-Dollar pro SLS-Start.

Mehr als nur ein Datum: Die Zukunft der Mondforschung

Unabhängig vom genauen Zeitpunkt der Mondlandung bleibt die Bedeutung der Artemis-Missionen für die Zukunft der Raumfahrt und die Erforschung des Mondes unbestritten. Die gesammelten Daten und Erfahrungen werden entscheidend sein für die Vorbereitung zukünftiger Langzeitmissionen zum Mond und möglicherweise auch zum Mars. Die Artemis-Missionen sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Präsenz des Menschen im Weltraum.

Die anhaltenden Verzögerungen von Artemis-III werfen jedoch die Frage auf, ob die NASA ihre ehrgeizigen Ziele realistisch einschätzt und ob die Abhängigkeit von privaten Unternehmen wie SpaceX die Zuverlässigkeit des Programms beeinträchtigt. NASA-Insider diskutieren inzwischen auch eine abgespeckte Version der Mission: Artemis III könnte theoretisch ohne Mondlandung stattfinden und stattdessen als bemanntes Rendezvous mit dem Starship HLS in der Erdumlaufbahn oder als Besuch der Lunar Gateway-Raumstation umgestaltet werden.

Der nächste entscheidende Schritt ist Artemis II – der erste bemannte Mondumflug seit Apollo 17. Die Mission ist für Frühjahr 2026 geplant und wird zeigen, ob Orion mit menschlicher Besatzung zuverlässig funktioniert. Erst danach kann Artemis III realistisch vorbereitet werden. Ob die Rückkehr zum Mond bis 2028 oder doch erst später gelingt, wird maßgeblich davon abhängen, wie Artemis II verläuft und ob SpaceX das Starship-Landesystem rechtzeitig qualifizieren kann.

Dieser Artikel stellt eine Analyse und einen redaktionellen Kommentar dar. Aussagen basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen, darunter offizielle NASA-Verlautbarungen vom 5. Dezember 2024 sowie aktuelle Berichte (Stand: Februar 2026). Sie sind als informierte Einschätzung zu verstehen, nicht als abschließend gesicherte Tatsachen.


David Jacques Ruas
Artikel verfasst von
https://www.redweb.app/oSe-Creation/blog

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