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Gegen die Plastikflut

December 23, 2018, 1:03 pm

Type: Erde

       




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Quelle Image:  Unbekannt

 

Zwar werden sich die Meere und Ozeane über dieses Präsent erst in einigen Jahren freuen können, wenn die 2021 in Kraft tretende neue Richtlinie von den EU-Mitgliedsstaaten dann auch zügig umgesetzt wird. Doch scheint es, dass die ansonsten eher schwerfällig agierende Europäische Union in Sachen „drastische Reduktion des Mülls in den Meeren“ diesmal (fast) alles richtig gemacht hat. 

 

In zwei Jahren tritt also endlich in Kraft, was Umweltschützer schon seit jeher fordern: Ein Verbot der rasant im Verbrauch steigenden Einweg-Plastikprodukte. In gar nicht mal so ferner Zukunft müssen wir in der EU dann ohne Plastikbesteck, „Stroh“halme, Einwegrührstäbchen, Wattestäbchen und Luftballonhaltestangen  auskommen. Ein Los, das jeder gerne tragen wird, der schon mal bei einsetzender Ebbe einen Strand entlang gelaufen ist, auf den Meeren durch wahre Plastikteppiche segelte oder den Magenininhalt eines verhungerten Wals (und wenn auch nur auf Fotos) bewundern durfte, der im Prinzip nur aus Plastiktüten und den oben genannten Mikroplastikteilen bestand. Und alle Unverbesserlichen, die jetzt schon dem Strohhalm aus Plastik nachtrauern, ist sowieso nicht mehr zu helfen.

 

plastikmüll

Was vom Essen übrig bleibt © neuling/nabu





 

Vor der Entscheidung gab die EU noch eine Studie in Auftrag (wie kann es anders sein), die im Prinzip genau das bestätigte, was Umweltschutzorganisationen schon x-mal mit ihren spezifischen Forschungen nachgewiesen hatten: Die jetzt verbotenen Produkte zählen zu den am häufigsten gefundenen Überreste der menschlichen Zivilisation in den Ozeanen unseres Blauen Planeten. Die Studie gibt zudem an, dass ein weltweites Verbot der zehn häufigsten Einweg-Plastikprodukte den Müll in den Meeren um 70 Prozent verringern könnte. 

Neben dem Verbot der genannten Einwegartikel wurde in einer zwölfstündigen Nachtsitzung zudem von den Verhandlungsführern der Mitgliedstaaten beschlossen, dass Maßnahmen in Kraft treten müssen, die Lebensmittelverpackungen aus Plastik und Trinkbecher stark reduzieren. Womit übrigens auch die meisten Pappbecher gemeint sind, die bekanntlich fast alle innen mit einer Plastikschicht überzogen sind. 

Falls trotz der Maßnahmen in den nächsten Jahren massenhaft Plastikartikel in der Umwelt und eben auch in den europäischen Küstenregionen gefunden werden, sollen die Hersteller der Produkte zu einer „erweiterten Verantwortung“ gezogen werden – die Aufräumkosten sollen dann die Unternehmer tragen. 

 

Plastik, Müll, Umweltschmutz

Große Plastikteile wurden bisher in Studien eher selten berücksichtigt © ocean cleanup

 





Greenpeace begrüßte die neuen Richtlinien und Verbote und nannte sie sogar einen“wichtigen ersten Schlag gegen das Monster Plastikmüll“. Ebenso der NABU: „Mit der Entscheidung zeigen Kommission, Parlament und Rat, dass sie mit politischem Willen in wenigen Monaten wirkungsvolle Maßnahmen für den Schutz der Umwelt verabschieden können – auch gegen die Lobbyinteressen der Industrie“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. 

Bleibt zu hoffen, dass sich alle EU-Mitgliedsstaaten an dieses Abkommen halten werden. So könnte die EU in Sachen „Schutz der Meere“ zu einem Vorbild für den Rest der Welt werden.


Quelle: Segelreporter



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